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SVV heisst SelbstVerletztendes Verhalten und tritt in verschiedenen Formen auf:




Was ist SVV?:
- schneiden mit scharfen Gegenständen wie z.B. Rasierklingen und Messern
- mit Scherben die Haut einritzen
- Wiederholtes Kopfschlagen
- Ins-Gesicht-schlagen
- In-die-Augen-bohren
- Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien
- oberflächlichen Hautverletzungen
- Verbrühungen
- sich mit Zigaretten oder einem Bügeleisen Verbrennungen zufügen
- Abbeißen von Fingerkuppen
- Verletzungen durch Kopfschlagen
- exzessiver Sport
- ungesunde Ernährung
- zuwenig Schlaf


SVV-ler, heissen Menschen, die sich selbst verletzen, denn sie können
häufig nicht mit ihren Gefühlen umgehen, und es scheint einen
biologisch erklärbaren Antrieb dafür zu geben.
Es gibt meistens zwei emotionale Hauptzustände, die am häufigsten bei
den Personen, die sich selbst verletzen, zum Zeitpunkt der Handlung
vorhanden sind: Angst- und Ärgergefühle, die zudem seit längerer Zeit
als Persönlichkeitsmerkmale bestehen.
Viele der SVV-ler zeigen ein stimmungsabhängiges Verhalten, in
Übereinstimmung mit den Forderungen ihres gegenwärtigen
Gefühlszustandes handeln, anstatt längerfristige Wünsche und Ziele zu
erwägen.
Die SVV-ler sind in der Gesellschaft oft weder unauffällig, scheu
oder schüchtern, trotzdem fühlen sie sich als Aussenseiter, denken,
dass sie anders als alle Menschen in ihrer Umgebung sind.
Sie leiden unter einer ständigen Angst, die grundlos ist, und schaffen
sich durch die Selbstverletzung Erleichterung.
Viele SVV-ler sind nicht in der Lage ihre Gefühle anders auszudrücken
oder die Emotionen anderer Menschen wahrzunehmen, dies führt zu einer
Isolation, einem defensiven Leben, in dem es lediglich ums Überleben
geht.


Das Gesamtbild zeigte sich bei Menschen, die:

- sich selbst nicht leiden können und sich verneinen
- sehr empfindlich auf Ablehnung reagieren
- chronisch ärgerlich sind, normalerweise auf sich selbst
- dazu neigen, ihre Angst zu unterdrücken
- einen hohen Grad aggressiver Gefühle besitzen, was sie sehr stark
mißbilligen und dann häufig unterdrücken, oder nach innen lenken
- impulsiver sind und es an Impulskontrolle mangelt
- dazu neigen nach ihrer momentanen Stimmungslage zu handeln
- dazu neigen, in den Tag hinein zu leben und nicht weiterzuplanen
- die depressiv und selbstmordgefährdet/selbstzerstörerisch sind
- unter chronischen Angstzuständen leiden
- leicht reizbar sind
- die sich selbst als nicht fähig erachten, mit Situationen und
Emotionen umzugehen
- keine vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung und Bewältigung
besitzen
- glauben, daß sie nicht die Fähigkeit besitzen, ihr Leben zu meistern
- dazu neigen, "den Kopf in den Sand zu stecken", vermeiden Probleme
- kein Selbstvertrauen besitzen
- sich als machtlos empfinden
- sich überall, wo sie sind, allein fühlen
- sich emotional niemandem anvertrauen, sich auf niemanden verlassen
können





Genaue Zahlen, wie viele Menschen sich in Deutschland selbst verletzen
gibt es nicht, denn wer gibt das schon freiwillig zu? Kaum jemand!
Nach Schätzungen sind es aber ca. 800.000 Mädchen, mit Sicherheit
sind es aber mehr. Daten über Jungen gibt es kaum, die Zahl
wird aber als deutlicher geringer eingestuft, das Verhältnis ist etwa
5:1.
Das sich hauptsächlich Mädchen ritzen wird darauf zurückgeführt, dass
sie nach gesellschaftlichen Normen ruhiger und fürsorglicher als
Jungen sein sollen, ihre Aggressionen oft nicht ausleben dürfen.
Schon in der Erziehung haben sie Angst vor Liebesentzug, da sich ihre
Agressionen als erstes gegen die Mutter richten, dies führt zu einem
nach Innen richten der Aggressionen, Jungen agieren eher
fremdaggressiv.SVV beginnt häufig in der Pupertät, sie ist eine
schwierige Phase in der es ein grosses Aggressionspotential gibt,
dass Mädchen schlecht nach aussen bringen können. Sie suchen die
Fehler oft bei sich selbst, wenn sie einen Verlust von Liebe und
Anerkennung erfahren, nachdem sie versucht haben ihre Interessen
durchzusetzen, aus diesem Konflikt resultiert oft eine depressive
oder autoaggressive Reaktion. Vielleicht machen es auch mehr Mädchen,
da sie immer lieb nach aussen sein müssen und nicht machen dürfen was
sie wollen, da sie in den meisten Famlilien "Vater's kleine Tochter"
ist und nicht ausgehen darf oder so was.


SVV ist oft nur ein Symptom unter vielen, daher kann man diese
Aussagen nicht verallgemeinern, natürlich können auch ganz andere
Personen betroffen sein! Vielen SVV-ler sind ihre Probleme vielleicht
gar nicht bewusst, sie fühlen sich vielleicht unverstanden, weil es
nach aussen so aussieht, als hätten sie ein ganz normales Leben und
"dürften" gar keine Probleme haben. Vielleicht spielen daher auch
viele einen auf fröhlich, aber im inneren sind sie leer und
zerbrechlich, aber das merkt dann keiner ode rkaum jemand!!!
Gerade der Satz "was willst Du denn schon für Probleme haben" tut weh
und ist sicher nicht die richtige Reaktion, wenn jemand versucht sich
einem anderen Menschen anzuvertrauen!

Allternativen:

**Versuche Dich zu entspannen bzw. abzulenken, z.B. Tief durchatmen,
Baden, Musik hören, Lesen, Fernsehen...

**Mit jemandem sprechen (ein Freund, Therapeut oder Telefon-Krisendienst)

**Versuche, möglichst nicht alleine zu sein (einen Freund besuchen,
einkaufen, spazierengehen)

**Tagebuch schreiben bzw. schreibe das auf, was Du momentan fühlst,
was Dir durch den Kopf geht

**Versuche deine Gefühle kreativ umzusetzen, z.B. durch Zeichnen

**Versuche Dich nicht in Versuchung führen zu lassen, d.h. halte Dich
nicht an Orten auf, wo du z.B. deine Klingen aufbewahrst

**Versuche Deine Aggressionen loszuwerden (Schlag auf ein Kissen oder
eine Matratze, geh nach draussen und schrei alles aus Dir heraus)

**Suche Dir eine Sportart, bei der Du Deinen inneren Stress abbauen kannst

**Weine, wenn du kannst. Du fühlst dich besser, wenn die Tränen erst
einmal raus sind.

**Tu irgendetwas mit deinen Händen (Malen, Zeichen, Aufräumen,
Abwaschen, Hausarbeiten)

**Schreibe einen Brief an die Person, die Dich traurig oder wütend
macht bzw. die Dich verletzt hat.

**Schreibe Dir Deinen ganzen Frust von der Seele, verfasse Kurzgeschichten
oder Gedichte.

**Mach Musik, spiele ein Instrument spielen oder erlerne es.

**Höre laut Musik und versuche dich voll auf das Lied zu konzentrieren,
lasse dich sozusagen davon fesseln.

**Versuche Deine Gefühle mitzuteilen anstatt sie zu schlucken oder sie
für Dich zu behalten.

**Sage Dir, dass Du Dich in 15 Minuten immer noch verletzten kannst.
Versuche nach den 15 Minuten, ob du es nochmal 15 Minuten aushälst.

**Schreib eine Liste mit Gründen, warum du das Schneiden aufhören wirst.
Immer wenn du dann den Drang verspürst, dich selber zu verletzen,
lies die Liste als Erinnerung daran, warum du es jetzt nicht tun
solltest.

**Wenn Du kurz davor bist Dich zu verletzten, versuche nachzudenken:
Warum mache ich das? Möchte ich es wirklich? Hilft es mir?
Was werden die Folgen sein? Möchte ich mit diesen Folgen leben?

**Wenn der Drang dennoch nicht weniger wird, erlaube Dir das SVV, aber
bestimme woher wie weit und versuche die Grenze nicht zu überschreiten.


Warum schreibe ich darüber?:
Ich schreib hier darüber, weil ich es scheiße finde, wie manche Menschen,
die SVV ausüben behandelt werden!!
Denn viele sagen, dass die Menschen, die SVV ausübern, wirklich krank
sind und sie womöglich nicht mehr alle haben, aber SVV ist eher ein
Hilferuf..
Aber das nimmt kaum einer wahr...man sollte den Menschen helfen und sie
nicht ausgrenzen oder noch schlimmer fertig machen....





Man sollte, wenn man Menschen kennt, die SVV ausüben, ihnen helfen, aber
wie?! Bei manchen reicht einfach schon zu hören, das ist jedenfalls ein
Anfang, denk ich...solange, wie man nur zu hört und keine doofen
Kommentare macht, kann man vielleicht helfen....
Man sollte diese Menschen auch nicht mit Fragen durchlöchern und sie
solange Nerven, bis sie erzählen, denn das macht es nicht einfacher für
die, ich denke im gegenteil, denn wenn man helfen will, sollte man nicht
jemanden zum reden zwingen, sondern zu hören wen derjenige/diejenige von
allein kommt und reden will oder so...

(www.rotetraenen.de)



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